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    Einsichten

    Am 22.10.1967 wurde ich in Pforzheim (Süddeutschland / Nordschwarzwald), an einem Sonntag geboren. Ob dies einen Einfluß auf mein bisheriges Leben gehabt hat? Vielleicht, denn Sonntagskinder sollen ja vom Glück begünstigt sein…

    Obwohl mein Leben im badischen (Pforzheim liegt in Baden) seinen Anfang nahm, wuchs ich in Grunbach, einem kleinen Kaff südlich von Pforzheim, und damit im Schwäbischen auf, ein nicht zu unterschätzender Unterschied!

    Es war eine außerordentlich glückliche Kindheit —unbeschwert und mit allen Freiheiten, die ein Dorfkind zivilisierter Eltern nun einmal genießt. Die immerwährende Nähe zur Natur und ihren Geschöpfen prägte sich mir tief ein.

    Einen weitreichenden Einfluß hatte auch die Lage Grunbachs auf mein Weltbild. Das Dorf liegt auf dem Sporn, also der ersten Kuppe des Schwarzwaldes und bietet somit eine grandiose Aussicht, duzende, fast hunderte Kilometer ins Land hinaus. Ich liebe diese Aussicht.

    Angeborene Verwandtschaft

    Meine Eltern, klassische gewachsene Mittelschicht, waren weder autoritär, noch das Gegenteil. Sie hatten lange zu kämpfen um ihr Maß an Zufriedenheit zu erlangen, aber das ging eigentlich nie auf Kosten der Kinder. An dieser Stelle ist vielleicht ein Dank angebracht. Ohne meine Eltern wäre mein Leben anders und sicherlich nicht besser verlaufen.

    Meine Schwester ist 4 Jahre jünger als ich und für Geschwister verstehen wir uns wunderbar, was auch schon einmal anders gewesen ist. Aber das ist unter Geschwister sicher nichts Ungewöhnliches.

    Aber das wichtigste Mitglied meiner Familie ist meine Tochter Ronja! Sie ist nun 8 Jahre alt und das Wichtigste in meinem Leben. Leider sehe ich sie nur alle 14 Tage, da ich bin geschieden bin.

    Ronja, die ebenso wie ich die Waldorfschule in Pforzheim besucht, möchte ich alles bieten können, was meine eigene Kindheit so ausgezeichnet hat, aber leider bleibt das in weiten Teilen eine Illusion.

    Grundsatz und Bildung

    Die Grundschule war in Grunbach und sie war, wie man sich eine Dorfschule vorstellt: Kleine Klassen, wenig Lehrer, viel Pragmatismus. Die Lehrer hatten umfassende Freiheiten, die sie zumeist für uns Kinder nutzbringend verwandten. So lernten wir die Natur hautnah und den Sachkundeunterricht am lebenden Objekt kennen.

    Danach besuchte ich mehr schlecht als recht ein staatliches Gymnasium. Die Anonymität in diesem Schulbetrieb war für mich ein unüberwindbares Problem. Ich hatte zwar Freunde, aber keine Freude an der Schule. Ab der 7. Klasse besuchte ich die Waldorfschule in Pforzheim. Im Nachhinein betrachtet, war dies die einzig richtige Entscheideung. Im Gymnasium wäre ich entweder untergegangen, oder hätte so schlecht abgeschlossen, daß mir keine Türen offen gestanden wären. In der Waldorfschule entdeckte ich meine musischen Fähigkeiten: Malen, zeichnen, plastizieren und letzlich auch das Schreiben. Wer aber nun denkt, daß dabei die Naturwissenschaften leiden mußten, der irrt. Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern konnte ich Fähigkeiten entdecken. Aus heutiger Sicht hat diese Schule für mich (das muss nicht übertragbar sein) viele Talente und Chancen aufgedeckt, die andernfalls verloren gegangen wären.

    Auch in anderer Hinsicht war die Waldorfschule ein Segen für mich: Zahlreiche Freundschaften halten seit der Schulzeit, den Stürmen des Lebens zum Trotz. Dafür danke ich dieser Schule.

    Erkenntnis, Resignation

    Dachte ich zu beginn, daß Physik ein attraktives und spannendes Stusium für mich wäre, mußte ich doch bald erkennen, daß meine Vorbildung für diese Anforderungen nicht ausreichte. Mein eigentliches Ziel war Wissenschafts-Journalismus, wofür man ein abgeschlossenes, naturwissenschaftliches Studium benötigt.

    Als suchte ich nach einem allumfassenden Studium, das einen elementaren Einblick in die Welt gewähren würde und entdeckt dabei die Geographie. Wenn ein Studiengang meinen Vorstellungen nahe kam, dann die Geographie. Und Tübingen war ein attraktiver Studienort: Nahe genug, um Kontakte zur Heimat pflegen zu können und weit genug, um vor überflüssiger Nostalgie sicher zu sein.

    So schön das Studium theoretisch sein kann, so wenig gelang es mir, dies praktisch in die Tat um zu setzen. Einerseits ist die Realität doch weniger prosaisch, andererseits plagten mich Krankheit und später dann andere Sorgen. Das Studium an sich, ist für mich immer noch sehr interessant, dennoch bedauere ich auch den Entschluß nicht, das Studium vorzeitig auf zu geben. Inzwischen hatte sich in meinem privaten Umfeld zu viel getan.

    Lebensunterhalt und -werk

    Wie das Leben so spielt lernte ich in meiner Studienzeit eine Frau kennen und lieben und was daraus entstehen kann, ist wohl auch jedem geläufig.

    Nach ca. anderthalb Jahren kam meine Tochter Ronja zur Welt. Es war das Wunder meiner Lebens! Dieses Kind in die Welt treten zu sehen, zu erleben, wie sie älter wird und eine Persönlichkeit entwickelt, all das hat mich und mein Leben maßgeblich beeinflußt.

    Ich gründete 1992 eine Computerfirma, die Hard- und Software an Firmen und Privatpersonen vertrieb. Das funktionierte zunächst neben dem Studium, aber bald war es mein Hauptberuf. Nach ein paar Jahren bekam ich ein Angebot, für ein Jahr als fest angestellter EDV-Berater und Programmierer zu arbeiten, das inatürlich nicht ablehnen konnte.

    Nach diesem Jahr kehrte ich in die Selbständigkeit zurück. Kurz darauf fand ich einen wunderbaren Partner. Leider fehlten uns die Mittel, um richtig Erfolg zu haben. Aber damals entdeckte ich das Internet (1995) und mit ihm die damit verbundenen Möglichkeiten.

    Mit einem neuen Geschäftspartner zusammen entstand die CompuZept GmbH – Ein Unternehmen, das eigentlich hervorragende Erfolgsaussichten hatte, aber an Verrat, Pech, Unvermögen und vor allem am Egoismus meines Partners zu Grunde ging. Ich versuchte zu retten, was zu retten war, aber es war zu spät. Mein früherer Partner war weg, der neue hatte mich hintergangen und so mußte ich alleine sehen, wie es weiter gehen sollte.

    Anfang 2000 dann kam der harte Schnitt. CompuZept wurde aufgelöst und SL Services gegründet. Wieder sah alles vielversprechend aus, aber dann kamen ein paar Unglücke zusammen und abermals schien alles vorrüber.

    Es hat sich alles ein wenig normalisiert. SL bot Internetprogrammierung und Webdesign, Film- und Videoproduktion und, gemeinsam mit einem ehemaligen Mitarbeiter, eine Künstlervermittlung über das Internet an. Anfang 2001 zog die Firma um. In einer zweiheschossigen Altbauwwohnung bauten wir nun mit anderen Firmen zusammen ein “House of Media” auf.

    Ich glaube, es ist mein Dickkopf, der mich weitermachen läßt. In all der Zeit und nach all den Enttäuschungen bin ich immer noch gerne selbständig und mein eigener Herr. Es klingt vielleicht arrogant, aber ich habe traumhafte Angebote ausgeschlagen, nur um selbständig zu bleiben. Vielleicht war das ein Fehler.

    Seit Herbst 2001 bin ich nicht mehr selbständig, und ich bin froh darüber! Die Pflichten als Unternehmer: Bücher zu führen, Korrespondenz, Mahnung und so weiter, waren für mich immer ein Greuel gewesen. Nun kann ich mich voll auf das konzentrieren, was ich kann: programmieren, filmen, koordinieren und schulen. Und es macht Spaß!!

    In meinen Augen jedoch ist es Beharrlichkeit.

    In eine Zukunft

    Seit Sommer 2005 arbeite ich stundenweise und seit Sommer 2006 als fest angestellter Mitarbeiter bei einer Solarfirma, die Energo GmbH. Dort bin ich für die Fernüberwachung der Solaranlagen (über 40) zuständig und in zunehmendem Maße auch verantwortlich.

    Im Sommer 2006 ist meine Süße, kleine – nein inzwischen nicht mehr so kleine aber immer noch süße Tochter Ronja zu mir gezogen. Das hat einem alten Einzelgänger wie mir wieder einmal völlig neue Perspektiven aufgezeigt. Ich hoffe, ich werde Zeit finden darüber in nächster Zeit zu berichten.

    Ach ja, seit November 2005 weiß ich, dass ich Diabetes Typ 1 habe. Wer darüber mehr erfahren möchte kann meinen Blog Diabetes-Diary.de besuchen.

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